Bolle's Nachsucheneinsätze

10.01.2024

Ein paar Kilometer hatte Bolle heute schon in den Knochen. Laut Garmin knapp 15 km. Er war somit nicht mehr ganz frisch, aber gestärkt und motiviert genug, um für die Nachsuche eingesetzt zu werden. Die notwendigen Informationen bekamen wir von einem Schützen, welcher ein starkes Stück Schwarzwild auf 200 Meter beobachtet hat, wie es krank aus dem Wald auswechselte um eine gefrorene Überschwemmungsfläche zu überqueren und wieder im Wald zu verschwinden. Das Stück schien einen weichen Körpertreffer zu haben (großer Schweissfleck auf der Schwarte).

Der Schütze brachte uns zu seinem Stand. Dort angekommen arbeitet gerade ein anderes Nachsuchengespann unsere Fährte rückwärts. Wir verständigten uns kurz. Das Nachsuchengespann wartete auf uns und wir besprachen die Situation. Das andere Gespann war von ihrer Fährte abgekommen. Beide Fährten haben sich im Wald gekreutz. Sie trugen ihre BGS-Hündin ab und wir warteten auf unseren Einsatz. Ich nutzte die Zeit, indem ich mir die Krankfährte genau ansah. Der Schweiß war fein gesprüht und ich vermutete zu dem "weichen" Treffer einen Laufschuss. Pirschzeichen, die den "weichen Schuss" bestätigten gab es aber nicht.


07.01.2024

Nun hatte Bolle auch noch seinen Einsatz. Am Anschuss sehr viel Schnitthaar. Die Länge und die weißen Spitzen ließen einen sehr tiefer Körpertreffer vermuten. Auch konnte ich sehr kurzes Schnitthaar bestätigen, so dass vermutlich auch ein Lauf getroffen worden ist. Röhrenknochen und auch Knochensplitter wurden nicht am Anschuss bestätigt.

 

Bolle fiel die Fährte sofort an und arbeitete diese sehr ruhig aus. Das Stück war ca. 100 m bis in den Wald geflüchtet und war nach weiteren 30 m ausser Sicht. Der Bestand war mit Buchen unterbaut. Durch den Frost und den harschen Schnee war die Fährtenarbeit sehr laut. Nach weiteren 250 Metern wurde Bolle sehr langsam und arbeitete mit halbhoher Nase. Dann verhaarte er fest an einer Stelle. Ich schloss auf und beobachtete die Kopfhaltung meines Hundes. Er hatte zwar Witterung aber das Stück noch nicht ganz fest gemacht. Bolle zog etwas nach und stand wieder fest. Ich schloss wieder auf und entschied mich dafür, die Halsung zu lösen und ihn zu schnallen. Ein lautloses Herantreten war nicht möglich. Um ein unbemerktes Flüchten des kranken Stückes zu verhindern  war daher der Entschluss zum Schnallen schnell gefasst. Bolle ging dann auch nicht direkt in Richtung "Nase", sondern machte einen größeren Bogen, um dann wieder spitz in meine Richtung zuzusteuern. Auf ca. 50 Meter sah ich eine Kiefernkrone liegen - bis auf ca. 15 Meter zog Bolle langsam an die Krone heran. Dann stand er bombenfest vor. Seine Kopfhaltung zeigte mir deutlich an, wo dass Stück sass. Die dunkle Decke hob sich vom weißen Unter- und Hintergrund gut ab. Ich machte mich fertig, trat dabei an Bolle heran und schicke ihn leise voran. Er schoß in die Krone und packte das Stück an der richtigen Stelle am Träger. Tolle Arbeit mein grauer Freund - Danke Dir und Suchenheil!!